Mittwoch, 22. Mai 2013

Basteln (13): Wandtattoo-Übermut

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Im Zimmer des Größeren hatten wir uns ja schon kreativ ausgetobt und hatten es auch schon recht früh mit einem Wandtattoo versucht. Die Bimmelbahn auf die Wand zu rubbeln war kein großer Akt und als es darum ging, das zweite Kinderzimmer zu richten, hatten wir sofort große Pläne: Und zwar exakt 100 cm mal 150 cm!

So groß sollte der Baum ausfallen, den wir als Wandtattoo auf eine gut zwei Meter breite lindgrün gestrichene Wandfläche auftragen wollten. So groß haben wir den Baum dann auch in Dunkelgrün bestellt und so groß wurde er selbstverständlich auch geliefert.

Man kann das nicht oft genug schreiben, denn der Baum war wirklich sehr groß und eine solch großen Aufkleber heile an die Wand zu bringen ist schon eine recht Plackerei. Insbesondere da die Blätter an hauchdünnen Zweigen hängen und gerne mal beim Auftragen abreißen.

So herzhaft geflucht wurde selten in einem Kinderzimmer. Und wir konnten uns nicht entscheiden, wer von uns beiden Eltern eigentlich so bescheuert war, einen solch großen Sticker zu bestellen. Da wir aber auch vorweihnachtliche Wochenendeinkäufe bei IKEA als Paar unbeschadet überstanden haben, konnte auch ein Aufkleber nicht für einen Streit sorgen, aber wenn es an die Anforderungen beim Auftragen geht ist der Baum definitiv Champions-League während die Bimmelbahn nur Bezirksklasse war.

Abb. B13.1: Baum an Wand (2011)

Am Ende ist ja alles gut gegangen und der Baum klebt gerade an der Wand und sieht richtig klasse aus! Wer weiß, vielleicht treten wir dann doch noch mal bei der Weltmeisterschaft an und tätowieren einen ganzen Wald an eine der noch freien Kinderzimmerwände.

Montag, 8. April 2013

Alltag (75): Einseitiges Spitzen

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Kinder stellen einen manchmal vor Fragestellungen, denen man ansonsten nicht begegnet und die man sich auch nicht ausdenken könnte. Ein Phänomen konnten wir vor einiger Zeit bei unserem größeren Sohn beobachten: Einseitiges Spitzen von Buntstiften.

Etwas, was ich zunächst auch nicht reproduzieren konnte, um zu verstehen, wie er das eigentlich anstellte. Das Resultat seiner Versuche die Buntstifte wieder spitz zu bekommen, waren auf einer Seite geschälte Stifte, auf der anderen Seite ummantelte das Holz noch die Mine bis zur Spitze.

Des Rätsels Lösung lag daran, dass der kleine Mann die Stifte nie ganz im Spitzer herumdrehen konnte: Es wurde ein bisschen gedreht und beim Nachgreifen wieder an der Ausgangsposition angesetzt. Damit wurde immer an der selben Stelle gespitzt und die Stifte nahmen dieses eigentümliche Erscheinungsbild an.

Inzwischen hat sich diese Phase gelegt, die Mechanik wurde verstanden und die Stifte sind spitz, wie sie sein sollten.

Mittwoch, 3. April 2013

Alltag (74): Nachwehen der Elternzeit

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Elternzeit und Elterngeld sind eine feine Sache. Habe ich zweimal mitgemacht und man kann dabei nur gewinnen. Materiell zahlt man natürlich drauf. Ein Mitarbeiter von Daimler hat das mal für sich ausgerechnet und kam auf gut 25.000 Euro in anderthalb Jahren, die er weniger in der Tasche hatte - ist ja auch klar, denn die Zuschläge fallen weg und etwaige Boni und Sonderzahlungen werden auf die anteilige Arbeitszeit reduziert - und wenn man nicht da ist, mitunter auf Null.

Das ist die Geldseite - das muss jede Familie für sich selber durchrechnen, obwohl es sich dann im Alltag anders anfühlt, als man sich das ausgerechnet oder vorgestellt hat. Aber um so schöner ist es, wenn Arbeitszeiten wieder erhöht werden und jeder Euro zusätzlich begrüßt wird.

Was noch etliche Zeit nach der Auszeit Sorgen bereitet, sind die Urlaubstage, die man dann dauerhaft vor sich herschiebt, weil man ja zusätzlich zu seinen Vätermonaten nicht auch noch den regulären Urlaub nehmen wollte, weil man dann die Kollegen ganz alleine gelassen hätte. Stattdessen beginnt man dann jedes neues Kalenderjahr mit dem Überhang vom Vorjahr.

Natürlich rufen die meisten jetzt spontan: "Ich könnte nie genug Urlaub haben..." - aber in der Praxis stimmt das nicht. Wenn man jedes Kalenderjahr mit über 50 Urlaubstagen antritt, wird es eng im Kalender: Zum einen gibt es Zeiträume, in denen man wegen Terminen und Projekten nicht wegkann und zum anderen wollen ja auch die Kolleginnen und Kollegen irgendwann Urlaub machen.

Per Antrag lassen sich dann die Urlaubstage aus dem Vorjahr in der Regel bis Ende Juni nehmen ohne das sie nach dem ersten Quartal verfallen würden, aber dann hat man noch immer seinenn gesamten Jahresurlaub vor sich, den man dann in der zweiten Jahreshälfte auch nicht so ohne Weiteres unterbekommt. Wenn man dabei knapp die Hälfte abgearbeitet bekommt, startet man im nächsten Jahr fast wieder bei 50 Tagen.

Die Teamleitung drängt - verständlicher Weise - von den Tagen runterzukommen, drängt aber auch gleichzeitig - verständlicher Weise - dass die Projekte zum Erfolg geführt werden müssen. Und man selbst versucht dann hier und da eine paar freie Tage dazuwischen zu quetschen, an denen man dann nur ein bisschen heimlich arbeitet damit nichts anbrennt. Ideal ist das nicht.

Sonntag, 31. März 2013

Alltag (73): Hinter Gott lang fliegen

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Kinder denken manchmal über Dinge nach, über die wir Eltern nur stauen können. Unser Großer neigt dabei mitunter zu religiösen Fragestellungen. Er war noch keine fünf Jahre alt, der fragte er mich vor dem Schlafen gehen, ob die Vögel gegen Gott stoßen.

Ich war verwundert und verstand zuerst nicht ganz recht, aber dann erklärte er mir, was ihn beschäftigte: "Gott ist ja im Himnel. Und die Vögel fliegen auch im Himmel. Und wenn die nun an Gott vorbeifliegen wollen, fliegen die dann vor ihm oder hinter ihm lang oder stoßen die zusammen?" Das war hervorragend kombiniert und mir zu anstrengend die unterschiedlichen Ausdeutungen des Wortes "Himmels" zu erläutern.

Stattdessen einigten wir uns darauf, dass Gott ja auch die Vögel erschaffen habe und deswegen auf sie aufpasse. Vielleicht beugt er sich auch ein bisschen nach vorne, wenn ein ganzer Schwarm kommt, um diesen gut hinter sich vorbei fliegen zu lassen.

Mittwoch, 27. März 2013

Kinderbuch (6): Er kam mit dem Buch...

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Es gibt Kinderbücher, die wurden vermutlich für Erwachsene geschrieben. Jedenfalls sind in unserer Familie Papa und Mama die größten Fans von "Er kam mit der Couch" von David Slonim. Nicht nur, dass uns der blaue Typ besonders gut gefällt, sondern die ganze Geschichte ist recht liebevoll erzählt und gemalt und hat zwei herrliche Wendungen. In weit das kindgerecht und pädogisch wertvoll ist, weiß ich nicht, aber bei uns Eltern kam der Spaß beim Vorlesen mit diesem Buch.

Abb. K 6.1: Der schweigsame blaue Typ
Kleine Anekdote am Rande: Wir hatten das Buch schon vor einigen Jahren immer wieder in die Hand genommen, aber es irgendwie verpasst, als der Größere im richtigen Lesealter gewesen war. Als Nummer 2 kam haben wir das Buch dann besorgt, damit wir es nicht noch mal verpassen.