Freitag, 29. Februar 2008

Sinn & Zweck (2): Alte Funktionen und Neues „außer Konkurrenz“

Wer braucht im Web-2.0-Zeitalter noch altmodische E-Mail-Newsletter, wenn es doch RSS und ATOM gibt? Menschen, die keine RSS-Reader im Einsatz haben bzw. am Arbeitsplatz keine RSS-Reader nutzen können. Deswegen habe ich mich im Sinne einer optimalen Leser-Bindung dazu entschieden, neben dem automatischen Feed noch ein manuelles Abonnement anzubieten. Rechts unter "Worum geht es?" kann man sich selbst in der Verteilerliste ein- und austragen und ich verspreche, nicht zu Spamen, sondern mich auf monatliche Updates zu beschränken.

Rein private und daher meist sehr persönliches Online-Aktivitäten werden hier künftig in der neuen Rubrik "Blog-Papas" 'außer Konkurrenz' besprochen und vorgestellt. Und in der neuen Interview-Rubrik "Dads im Dialog" werden die 'Blog-Papas' nach ihren Beweggründen und die Ideen gefragt. Begeisterte Väter sollten nicht über den selben Kamm wie kommerzielle Portale geschoren werden. Ich werde den Teufel tun und zum Beispiel Bilder-Blogs mit Nullwertungen abstrafen - auch wenn ich (wie alle Eltern) weiß, dass wir zuhause ein viel niedlicheres Baby haben…

Und was ist noch neu? Heute habe ich den ersten Kommentar bekommen! Es gibt also einen Leser: Besten Dank, Jochen!

Dienstag, 26. Februar 2008

Die andere S(e)ite (3): Kinderwagen mit angeschlossener Website

Für die einen ist es eine Lebenseinstellung (vgl. Hamburger Abendblatt vom 03.12.2006) - für andere sind sie einfach nur praktisch: die Baby-Kutschen von Bugaboo! Dabei ist die wörtliche Übersetzung "Schreckgepenst" insbesondere treffend für Konto und Portemonnaie.

Unser Nachwuchs ist jedenfalls auch in einer solchen Luxus-Karosse unterwegs (wobei ich mich als latenter Geizkragen zuvor bei eBay über die gegeben hohe Wiederkaufspreise informiert hatte) und einen Bugaboo im Einsatz hat, wird schnell verstehen, warum man Fan dieses Systems werden kann. Das kann sogar soweit gehen, dass man wie die FrogFriends die eigene Fan-Community (vgl. Abb. DaS 3.1) als Diskussionsforum mit angeschlossem Spreadhirt-T-Shirtshop betreibt.


Abb. DaS 3.1: Forum für "Froschfreunde" und "Geisterfahrer"

Im Gegensatz zu vergleichbaren Foren ist hier immer was los und man bekommt wirklich gute Tipps. So habe ich zum Beispiel bei den "Froschfreunden" gelernt, dass es für den Bugaboo Cameleon auch "Schneeräder" gibt. Damit wird das Gefährt auch im Gelände etwas spursicherer, während es sonst eher etwas für die City bliebe. Man sieht: Einmal geschoben schon zum Fan erhoben! Aber andere Kinderwagenfahrer haben es noch nicht zur eigenen Community geschafft – und bis dahin gibt es bei den Frogfriends ja noch die Rubrik "Geisterfahrer" für alle, die mit einem anderen Modell unterwegs sind.

Idee:



Umsetzung:



Mehrwert:

Mittwoch, 13. Februar 2008

Die andere S(e)ite (2): Hund, Katze, Maus und Kind - all Ding will einen Namen haben

Namensgebung ist ein großes Thema bei werdenden Eltern - dementsprechend groß ist das Angebot von Internet-Projekten, die sich dem Thema verschrieben haben. Und wie immer, wenn viele um knapp bemessene Aufmerksamkeit buhlen, gibt es neben seriösen auch windige Angebote, die ein pompöses Entree vor eine schäbige Bruchbude bauen.

Um eine solche scheint es sich auch bei der Angebots-Familie von Aaron, Aften, Jennifer und Joe - dem Team von babynameworld.com zu handeln: Hinter fragwürdigen, ellenlangen Kategorien verbergen sich endlose Listen. Schon auf der Startseite geht es los: Unter „Browse By Origin“ beginnt es „Abaluhya Baby Names“ und landet im noch sichtbaren Bereich via „Akan Baby Names“ und „Algonguin Baby Names“ nach knapp 20 Kategorien bei „Apache Baby Names“ (vgl. Abb. DaS 2.1). Da mag man sich vorstellen, was noch alles so ‚kategorisch’ bis Z angeboten werden könnte und will es deswegen eigentlich schon gar nicht mehr wissen.

Abb. DaS 2.1: Ausschnitt von der Startseite www.babynameworld.com (v. 13.02.08)

Scheinbar kann alles ein Name sein, was sich aus Buchstaben kombinieren und dessen Bedeutung sich in nur einem Wort wiedergeben lässt. Alle Einträge können noch von registrierten Nutzern bewertet werden und niemand weiß warum und wozu.

Dennoch ist dieses Angebot kein Einzelfall: Exakt dieselbe sinnlose Datenbank ist unter babynamenetwork.com und popularbabynames.com unter leicht veränderten Design zu finden. Und weil auch andere Dinge Namen brauchen lässt sich diese Grundidee endlos wiederverwerten (vgl. Abb. DaS 2.2) - im vorliegenden Fall für naheliegende Fälle wie Hunde, Katzen und andere Haustiere (funpuppynames.com, fundognames.com, funcatnames.com, funpetnames.com).

Abb. DaS 2.2: Logo-Parade der verschwägerten Namens-Vetter

Wer weitersuchte, könnte sicher noch mehr Doubletten finden - aber die Mühe lohnt sich nicht, wenn man das Prinzip einmal verstanden hat. Hier geht es eher nur darum, Plattformen für Werbungen und bezahlte Links zu schaffen, was sich nicht nur an den identischen Kochrezepten zeigt, die sich auf den Startseiten all der verschwägerten Angebote wiederfinden. Wieso eigentlich Kochrezepte? Das ist doch dann aber auch irgendwie egal, oder?

Idee:


Umsetzung:


Mehrwert:

Dienstag, 5. Februar 2008

Alltag (1): Das Internet weiß alles: Elterngeldrechner

Immer wenn ich denke, es wäre doch toll, wenn es im Internet dies oder jenes gebe, dann gucke ich mit Google ein bisschen rechts und links und schon hat es sich angefunden - denn im Internet gibt es eigentlich schon alles, man muss es nur finden.

Ich werde in Elternteilzeit gehen und ich werde Elterngeld beantragen. Da wäre es gut zu wissen, ob man dann künftig in der Bäckerei nach Brot vom Vortag fragen muss oder ob im Geldbeutel doch noch was klimpert. Daher wäre so ein „Elterngeld-Rechner“ eine feine Sache - kaum gedacht ist fast schon angeklickt!


Da es mehr als einen gibt, stellen sich die Fragen, welchen nehmen und wo die Unterschiede liegen. Auch das hat schon jemand im Internet beantwortet und zwar Jan Brendemühl: Die vier üblichen Verdächtigen, die bei jeder Suchmaschine ganz oben stehen, hat er besprochen und bewertet. Ein unterhaltsamer Nebenkriegsschauplatz öffnet sich in den durchaus lesenswerten Kommentaren zu diesem Beitrag. Dort versuchen die Urheber in Marketing und Rechtfertigungen…

Am Ende habe ich keinen der vier besprochenen Elterngeldrechner im Internet ausprobiert. Es schien mir ähnlich kompliziert zu sein, wie den Antrag auszufüllen und da wollte ich mich lieber auf das Wesentlichere konzentrieren. Es soll weder überheblich noch neureich klingen, aber ich mache meine Entscheidung Elternteilzeit zu nehmen nicht von 321 vs. 362 Euro abhängig. Natürlich freue auch ich mich über jeden Euro, den man bekommt, aber der Qualitätsgewinn durch die gemeinsame Zeit von und für Vater und Kind lässt sich nicht in harte Währung umrechnen.


Link zum Elterngeldrechner-Vergleich

Dienstag, 15. Januar 2008

Souvenirs (1): Nichts ist älter als die Zeitung von heute

Stets eine nette Idee ist es, dem neuen Weltenbürger Zeitungsausgaben seines Geburtstages aufzuheben. Sei es um daraus „mal bei Gelegenheit“ eine nette Collage für irgendein Erinnerungsalbum zu basteln, oder eine launige „was-sonst-noch-geschah“-Geschichte schreiben zu können oder einfach nur, um dann doch nach Jahren einen Haufen Altpapier daraus zu machen.

Wir wollten uns zumindest all diese Optionen offen halten und so bin ich am Tag der Geburt zum Krankenhaus-Kiosk gestapft und habe gekauft, was ich kaufen konnte bzw. für sinnvoll hielt zu kaufen:
  • eine Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) für die konservative, gut-bürgerliche Weltsicht und den Versuch auch mal als ‚kluger Kopf’ dahinter stecken zu können
  • eine „Bild“ mit allem, was Deutschland wirklich bewegt
  • eine ‚Welt kompakt’ als Bild-Zeitung des Bildungsbürgertums
  • eine Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) - weil man ja auch was Regionales braucht
Bereits auf dem Rückweg zum Kiosk fiel mir auf, dass der gut gemeinte Plan ein Loch hatte: In den Zeitungen des Geburtstages steht, was am Tag zuvor passiert ist. Jedenfalls lässt sich mit Hilfe diesen Altpapiers später nicht mehr rekonstruieren, was am Tag der Geburt die Medien so bewegte.

Am nächsten Tag habe ich die Runde noch mal gemacht und noch einmal all die Blätter wie am Vortag gekauft, um „mal bei Gelegenheit“ eine nette Collage für irgendein Erinnerungsalbum daraus basteln zu können. Jedenfalls könnte ich meinen Sohn nun recht verlässlich erzählen, was an dem Tag seiner Geburt „sonst-noch-so-geschah“ oder wir haben einfach nur irgendwann die doppelte Menge von Altpapier, als die Eltern, die nur die Zeitungen des Geburtstages selbst gekauft haben. Unser Sohn ist nun gut zwei Monate alt und uns stehen noch alle Verwendungsoptionen offen.